Die unsichtbare Sommerbedrohung: Was sind Grannen?
Der Sommer lockt mit warmen Sonnenstrahlen zu ausgedehnten Spaziergängen über Wiesen und Felder. Doch genau hier lauert eine der tückischsten Gefahren für Hunde (und Freigänger-Katzen): Pflanzengrannen.
Grannen sind die feinen, borstigen Spitzen an Getreideähren (insbesondere Gerste und Mäusegerste) oder wilden Gräsern. Sie dienen der Pflanze zur Samenausbreitung und besitzen unzählige mikroskopisch kleine Widerhaken. Diese wirken wie Pfeilspitzen: Sie wandern durch jede Bewegung immer tiefer in Fell, Haut und Gewebe vorwärts – aber niemals von alleine wieder rückwärts!
Besonders gefährdete Körperstellen:
- Zwischenzehenbereich & Ballen: Grannen bohren sich durch die zarte Haut zwischen den Zehen und wandern im Gewebe hoch. Folge: schmerzhafte, eitrige Abszesse und Hinken.
- Ohren: Durch Kopfschütteln rutscht die Granne tief in den Gehörgang bis an das Trommelfell.
- Nase: Schnüffelt der Hund im hohen Gras, wird die Granne blitzschnell eingeatmet und verschwindet in den Nasengängen.
- Augen: Grannen setzen sich unter dem dritten Augenlid (Nickhaut) fest und reiben bei jedem Lidschlag auf der Hornhaut.
- Achseln & Leisten: Die dünne Haut an den Gelenkbeugen ist besonders empfindlich.
Alarmzeichen: Welche Symptome deuten auf eine Granne hin?
- Plötzliches, anfallsartiges Niesen direkt beim oder nach dem Schnüffeln im Gras.
- Häufiges Kopfschütteln, Schiefhaltung des Kopfes oder intensives Kratzen am Ohr.
- Zukneifen des Auges, starker Tränenfluss oder eitriger Ausfluss.
- Humpeln, Pfotenaufsetzen vermeiden oder ununterbrochenes Lecken an den Zehen.
- Kleine rote Schwellung oder Einstichstelle zwischen den Zehenballen.
Was tun im Verdachtsfall?
Steckt die Granne noch gut sichtbar und oberflächlich im Deckhaar, kannst Du sie vorsichtig mit den Fingern oder einer Pinzette herausziehen.
Achtung: Ist die Granne bereits im Ohr, in der Nase, im Auge oder unter die Haut gewandert, keinesfalls selbst mit spitzen Gegenständen nachstochern! Fahre unverzüglich zum Tierarzt. Mit speziellen Otoskopen und Zangen kann der Tierarzt den Fremdkörper oft schmerzfrei und ohne Operation bergen, bevor schwerwiegende Entzündungen entstehen.
Effektive Prävention nach jedem Spaziergang
- Der 2-Minuten-Ganzkörpercheck: Streiche nach jeder Gassirunde Pfoten, Achseln, Bauch, Schenkelinnenwinkel und Ohren gründlich mit den Fingern ab.
- Fell an den Pfoten stutzen: Bei langhaarigen Rassen empfiehlt es sich, die Haare zwischen den Pfotenballen im Sommer kurz zu halten, damit Grannen keinen Halt finden.
- Getreidefelder meiden: Lasse Deinen Hund nicht durch reife Kornfelder oder abgemähte Stoppelfelder toben – aus Respekt vor der Ernte und zum Schutz Deines Tieres.
Möchtest Du Deinen Hund auch im Sommer rundum gesund halten?